Worauf sollte ich beim Privatverkauf meiner Immobilie achten?

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Viele Immobilienverkäufer würden gerne beim Hausverkauf auf den Makler verzichten. Schließlich verlangt dieser für seine Arbeit eine hohe Provision. Wer auf die Unterstützung des Maklers verzichtet, muss sich um die Kaufinteressenten selbst kümmern. Doch das ist nur ein Aspekt von vielen, auf den Verkäufer achten sollten. 

Versuchen Sie sich vorab detailliert zu informieren und den Ablauf so gut wie möglich zu planen. Denken Sie beim Privatverkauf Ihrer Immobilie beispielsweise an die belastbare Immobilienbewertung, die Verhandlung des Verkaufspreises und den rechtlich einwandfreien Kaufvertrag. 

Wir zeigen Ihnen, welche Voraussetzungen Sie für den privaten Hausverkauf beachten müssen, wie dieser abläuft und welche Fehler Sie vermeiden sollten. 

Privatverkauf: Unter diesen Voraussetzungen klappt der Verkauf meiner Immobilie 

Worauf müssen Sie achten, damit der private Immobilienverkauf reibungslos vonstattengeht?  

Für einen erfolgreichen Privatverkauf sollten Sie so oft wie möglich direkt vor Ort sein. Auf diese Weise können Sie jederzeit Besichtigungen organisieren. Sie verfügen über viel Zeit? Perfekt, denn diese benötigen Sie für die Planung und die Übergabe. 

Machen Sie sich auf eine hohe Anzahl an Anfragen gefasst. Für Immobilien gibt es nach wie vor viel Interesse. Damit Sie es bei der Beantwortung der Anfrage möglichst einfach haben, sollten Sie eine Vorauswahl treffen. Suchen Sie sich die Interessenten heraus, die bereits eine Finanzierungsbestätigung vorweisen können. Mit dieser Anforderung sparen Sie viel Zeit und Sie können sich sicher sein, dass der Interessent über eine gute Bonität verfügt.  

Wenn Sie sich eine E-Mail-Adresse für den Hausverkauf anlegen, können Sie alle Anfragen zentral an einer Stelle bündeln.  

Haben Sie bereits über die Vermarktungswege nachgedacht? Eine Anzeige in der Lokalzeitung wird vielleicht nicht reichen, um genügend Interessenten für Ihre Immobilie zu finden. Denken Sie auch über den Einsatz von Flyern nach oder stellen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung in einem Immobilienportal aus. 

Wissen Sie, wie viel Ihre Immobilie wert ist? Diese Einschätzung zu treffen, ist nicht einfach. Vielleicht wissen Sie, zu welchem Preis Objekte in Ihrer Nachbarschaft oder ähnliche Immobilienobjekte verkauft wurden? Basierend auf diesen Werten können Sie dann in etwa einschätzen, wie viel Ihre eigene Immobilie wert ist. Sollten Sie auch bei dieser Methode auf kein klares Ergebnis kommen, können Sie auch unseren Immobilienwert-Rechner nutzen, um den Immobilienwert zu ermitteln. 

Hochwertige Bilder, ein guter Grundriss, Wohnflächenberechnungen, ein aktueller Grundbuchauszug, bei einer Wohnung eine Teilungserklärung, Nebenkostenberechnungen, einen Energieausweis und die Rechnungen vergangener Modernisierungen sollten Sie als Verkäufer vorzeigen können. Am besten Sie sammeln all diese Informationen und Dokumente in einer (digitalen) Mappe, die Sie bei Bedarf mit einem Interessenten teilen oder an diesen aushändigen. Mithilfe dieser Informationen entscheiden Interessenten, ob sie sich bei Ihnen melden oder nicht. 

Weitere Tätigkeiten, die Sie ohne Makler ausüben müssen: Sie führen Besichtigungen und Verkaufsverhandlungen durch und kennen sich mit rechtlichen Aspekten – wie Mängeln und Vertragsgestaltung aus. 

So sollte der Privatverkauf meiner Immobilie ablaufen 

Einen besonders guten Eindruck auf den Kaufinteressenten machen Sie, wenn Sie alle seine Fragen rund um die Immobilie beantworten können. Das Interesse kann schnell sinken, wenn der potenzielle Käufer den Eindruck hat, dass Sie sich nicht auskennen.  

Die häufigsten Fragen werden Sie wahrscheinlich bei der Besichtigung beantworten. Es gibt allerdings weitere Schritte, an die Sie als Privatverkäufer denken müssen. Diese laufen in der Regel in der folgenden Reihenfolge ab: 

  • 1. Schritt: Suchen Sie alle wichtigen Unterlagen zusammen. 
    Machen Sie es dem Interessenten so einfach wie möglich, mehr über Ihre Immobilie zu erfahren. Die Unterlagen, die Sie zur Hand haben sollten, umfassen hochwertige Immobilienfotos, ein detaillierter Umriss, Wohnflächenberechnen, ein aktueller Grundbuchauszug, eine Teilungserklärung (nur für Wohnungen), Nebenkostenberechnungen, einen Energieausweis sowie die Rechnungen vergangener Modernisierungen. 
  • 2. Schritt: Sie ermitteln den Immobilienwert.  
    Nur mit diesem Wert können Sie den Preis für den Verkauf Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung festlegen. Um den Immobilienwert bestimmen zu können, sollten Sie die Bauart Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung, die Größe Ihrer Immobilie und die Bauausführung kennen sowie die Lage Ihres Grundstücks einordnen können. Wenn Sie über dieses Wissen nicht verfügen, kann es sinnvoll sein, einen Experten für die Bewertung der Immobilie zu beauftragen. 
  • 3. Schritt: Sie erstellen einen Überblick über alle wichtigen Daten Ihrer Immobilie. 
    Wie bereits erwähnt: Die Aufbereitung der Informationen zu Ihrer Immobilie entscheiden darüber, ob ein Interessent sich für Ihr Haus oder Ihre Wohnung interessiert. 
  • 4. Schritt: Sie planen Ihre Strategie für den Verkauf. 
    Hierfür überlegen Sie sich, wann Sie mit dem Verkauf Ihrer Immobilie beginnen wollen. Denken Sie darüber nach, wo Sie den Verkauf ausschreiben wollen – reicht eine Anzeige in der Lokalzeitung aus oder beanspruchen Sie die Möglichkeiten eines Immobilienportals? 
  • 5. Schritt: Sie organisieren alle für den Kauf notwendigen Unterlagen. 
    Für den Hausverkauf benötigen Sie unterschiedliche Dokumente. Dazu zählen Informationen über (statische) Berechnungen, ein aktueller Grundbuchauszug, Grundrisse, Verbrauchs- und Energiekosten, Lagepläne sowie (sonstige) Nebenkosten. Denken Sie auch an Dokumente zu Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. So sieht der Interessent, was Sie bereits verändert haben. 
  • 6. Schritt: Sie kontaktieren die Interessenten. 
    Versuchen Sie alle Anfragen auf allen Kanälen zu beantworten. So verlieren Sie keinen Interessenten aus dem Auge. Vergessen Sie nicht, Termine zu vereinbaren und zu koordinieren. 
  • 7. Schritt: Sie führen die Besichtigungstermine durch. 
    Dafür benötigen Sie vor allem Geduld, Zeit und Wissen über Ihre Immobilie. Nur so können Sie die Kaufinteressenten umfangreich informieren. 
  • 8. Schritt: Sie verhandeln den Kaufpreis. 
    Gibt es einen Nachlass im Preis, den Sie einem Interessenten gewähren wollen? Machen Sie sich am besten darüber schon vorab Gedanken. Für das Verkaufsgespräch benötigen Sie nicht nur Geduld, sondern auch Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. 
  • 9. Schritt: Sie arbeiten den Kaufvertrag im Detail aus. 
    Auch für das Aufsetzen eines Vertrages benötigen Sie viel Wissen. Informieren Sie sich umfassend, um Fehler zu vermeiden. Es gibt eine Reihe von Regelungen und Elemente, die in keinem Hauskaufvertrag fehlen dürfen. Denken Sie daran, dass Sie Ihre eigenen Interessen als Verkäufer und die Wünsche des Käufers in Einklang bringen. Unterstützung können Sie sich dafür auch von einem Notar holen. In einem Beratungstermin zeigt er Ihnen, worauf Sie bei der Vertragserstellung achten müssen. 
  • 10. Schritt: Sie nehmen den Notartermin wahr 
    In diesem Schritt unterzeichnen Käufer und Verkäufer den Kaufvertrag. Beide Parteien achten darauf, dass alle Absprachen im Vertrag schriftlich vorhanden sind. Der Notar kümmert sich um die formalen Aspekte. 

Diese Fehler sollte ich beim Privatverkauf meiner Immobilie vermeiden 

Wenn Sie die folgenden Fehler aus dem Weg gehen, läuft Ihr Immobilienverkauf auf jeden Fall reibungsloser. 

  • Sie unterschätzen den zeitlichen Aufwand des Verkaufsprozesses. 
    Nicht nur die Abwicklung der Besichtigungen wird Zeit kosten. Auch die Beschaffung der Unterlagen oder die Bearbeitung der einzelnen Interessentenanfragen werden Zeit benötigen. Planen Sie sich also viel Zeit ein. So begehen Sie später keine Fehler und treffen die richtigen Entscheidungen. 
  • Sie verschätzen sich beim Wert der Immobilie. 
    Oft wird der Immobilienwert zu hoch angesetzt. Damit verringern sich Ihre Chancen, die Immobilie zu verkaufen, enorm. Engagieren Sie einen Experten, der Ihre Immobilie richtig und exakt bewertet. So kennen Sie Ihren Spielraum beim Verkaufspreis und können den Preisverhandlungen entspannt(er) entgegensehen.
     
  • Sie haben zu wenig Zeit in die Präsentation der Immobilie investiert. 
    Nehmen Sie sich hierfür ausreichend Zeit und nutzen Sie eine gute Kamera, um gute und aussagekräftige Fotos zu schießen. Denn Interessenten springen als erstes die Bilder Ihrer Immobilie ins Auge. Je ausführlicher und präziser Ihre Angaben zu Ihrer Immobilie sind, desto einfacher gelangen die Kaufinteressenten an die wichtigsten Informationen. Mit einer gelungenen Immobilienpräsentation fallen Sie positiv auf –  die Wahrscheinlichkeit, dass sich der passende Käufer findet, steigt. 
  • Sie haben den Kaufvertrag nicht richtig aufgesetzt. 
    Damit Ihnen bei der Vertragserstellung kein Fehler unterläuft, sollten Sie bei der Vertragserstelle sorgfältig vorgehen und sich genügend Zeit dafür nehmen. Ein Beratungstermin bei einem Notar schafft zusätzliche Klarheit.  
  • Sie haben den Käufer nicht genau überprüft. 
    Fordern Sie eine Finanzierungsbestätigung von der Bank des Kunden ein. Nur so können Sie sichergehen, dass der Privatverkauf erfolgreich abgeschlossen werden kann. Im schlimmsten Fall müssen Sie den Kauf rückabwickeln oder Sie stellen sehr spät heraus, dass der Käufer zahlungsunfähig ist – das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Nehmen Sie sich beim Kaufabschluss Zeit und informieren Sie sich so gut wie möglich über den potenziellen Käufer. 

Beim Privatverkauf meiner Immobilie ist Planung das A und O 

Sie können Ihre Immobilie erfolgreich (selbst) verkaufen, wenn Sie einige Dinge beachten, Fehler vermeiden und sich mit Ihrer Immobilie auskennen. Nicht nur die Immobilienbewertung spielt eine wichtige Rolle in diesen Verkaufsprozess.  

Auch die Aufbereitung der Unterlagen zu Ihrer Immobilie, die Vermarktung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung sowie Ihr Auftreten vor den Kaufinteressenten entscheiden darüber, ob Sie Ihr Objekt erfolgreich verkaufen können oder nicht.