Wie finde ich das passende Baugrundstück für den Hausbau?

Wie finde ich das passende Baugrundstück für den Hausbau?Nicht nur die Finanzierung und die Frage nach der Bauart sind Punkte, die Sie auf Ihrer Hausbau-Checkliste abharken müssen. Damit das Haus gebaut werden kann, braucht es eine weitere wichtige Komponente: das Baugrundstück.

Es gibt viele verschiedene Wege, um passendes Bauland zu suchen und zu finden. Zunächst muss der Suchradius eingegrenzt werden: Soll das Haus seinen Platz auf dem Land oder im städtischen Umfeld finden? Anschließend holen Sie weitere Informationen ein. Mithilfe der Medien, diversen Themenportalen und Zeitungen verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Grundstücksmöglichkeiten. Wie sieht der Markt für Grundstücke derzeit aus? Wie hoch oder niedrige sind die Preise für einen Bauplatz?

Selbst ein Grundstück zu finden, kann viel Zeit und Nerven kosten. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen ein paar weitere Möglichkeiten, mit denen Sie ein geeignetes Baugrundstück finden könne, vor.

1. Möglichkeit: Ich frage bei Gemeinden und Kommunen nach

Es kann sich lohnen, nachzufragen, da Gemeinden und Kommunen über Land, das öfter zum Verkauf steht, verfügen. Erkundigen Sie sich beim Bürgeramt oder im Rathaus, ob freie Flächen verkauft werden. Wenn Sie hier ein Grundstück erstehen, sparen Sie sich die Vermittlungsgebühr. Diese fällt an, wenn sie einen Makler mit einer Suche beauftragen.

Ein weiterer Vorteil: Der Andrang ist nicht so hoch wie im Internet. Achten Sie auf die Bedingungen, die eine Gemeinde oder Kommune an den Verkauf knüpft – beispielsweise müssen Sie in den kommenden zwei Jahren mit dem Bau beginnen oder für mehrere Jahre an dem Ort Ihrer Wahl wohnen bleiben. Auf welche Bedingungen wollen Sie sich einlassen? Welche Grenzen setzen Sie sich an dieser Stelle?

Wenn Ihnen die Gemeinde oder die Kommune kein Land zur Verfügung stellen kann, hat das Amtsgericht vielleicht das eine oder andere Grundstück vorliegen. Es kommt vor, dass Eigentümer nicht mehr im Stande sind, ihren Immobilienkredit zu zahlen oder der Bauplatz kann nicht mehr getilgt werden. In diesem Fällen kommt es zu einer Zwangsversteigerung durch die Bank. Mit der Versteigerung kommt das Finanzinstitut an Geld, um den Zahlungsausfall auszugleichen. Die Zwangsversteigerung wird über das Amtsgericht abgewickelt.

2. Möglichkeit: Ich hole mir Unterstützung von einer Bauherrengemeinschaft, einem Bauträger oder einem Makler

Sie müssen sich nicht allein auf die Suche nach einem Bauplatz machen. Sie können sich auch Unterstützung holen. Auf diese Weise verdoppeln sich Ihre Chancen, fündig zu werden.

Der Bauträger
Häuser errichten Bauträger auf dafür vorgesehen Grundstücke. Diese bieten sie aber auch zum Verkauf. Aber nur, wenn Sie den Bauplatz mit dem Haus kaufen können. Sie müssen sich gar nicht auf die Suche machen.

Ihr Vorteil in diesem Fall: Sie müssen keine Gedanken um die Beschaffenheit des Grundstücks machen. Der Bauträger weiß bereits, wie die Fläche beschaffen ist und ob sich darauf etwas bauen lässt. Der Nachteil: Mit dem Bauplatz müssen Sie auch das Haus kaufen, das der Bauträger dort erbauen will.

Die Bauherrengemeinschaft
Da nach wie vor eine hohe Nachfrage an Grundstücken besteht, müssen Sie mit hohen Preisen rechnen. Die Lösung: Suchen Sie Gleichgesinnte, die sich auch auf der Grundstückssuche befinden. Gemeinsam bilden Sie mit Ihren Mitstreitern eine sogenannte Bauherrengemeinschaft. Als solche teilen sie sich alle anfallenden Kosten.

Ein großes Grundstück wird dann unter den Beteiligten aufgeteilt. Sie zahlen nur noch einen Teil des fälligen Preises. Allerdings sollten Sie sich gut mit den anderen Bauherren verstehen. Nur so kann die gemeinsame Suche und der Kauf eines Grundstücks erfolgreich sein.

Der Makler
Sie können sich auch mit Ihrer Suche an einen Makler wenden. Für die Suche schließen Sie mit ihm einen Vertrag ab ¬– entweder einen Alleinvermittlungsvertrag oder einen allgemeinen Vertrag. Bei der ersten Variante dürfen Sie nur mit diesem Makler zusammenarbeiten. Für ihn kann das die Motivation sein, die Suche für Sie erfolgreich abzuschließen. Bei der zweiten Variante dürfen Sie mehrere Makler beauftragen.

Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, sobald ein Grundstück gefunden wurde, müssen eine Maklerprovision zahlen. Wenn Sie mehr zu der Maklerprovision erfahren wollen und wie diese berechnet wird, sollten Sie einen Blick auf den Beitrag „Änderungen bei der Maklerprovision: Was muss ich über die neuen Gesetze wissen?“.

3. Möglichkeit: Ich mach mich selbst auf die Grundstückssuche

Bauplätze finden Sie nicht nur in Printanzeigen, sondern auch auf diversen digitalen Immobilienplattformen. In klassischen Zeitungen erhalten Sie nur ein paar Eckdaten zu einem Grundstück. Auf einer Online-Immobilienplattform können Sie sich mithilfe von Fotos einen ersten Überblick verschaffen und über weitere Details informieren. In vielen Fälle ist eine Kontaktadresse mit einer Telefonnummer angegeben. Auf diese Weise treten Sie dann in Kontakt mit dem Verkäufer oder dem zuständigen Makler.

Wenn Sie für sich eine bevorzugte Wohngegend ausgesucht haben, können Sie bei einem langen Spaziergang auf Grundstücksentdeckungsreise gehen. Womöglich entdecken Sie freie Wiesenfläche, die zum Verkauf stehen, oder ein leeres Grundstück in einer Nachbarschaft. Hier kann es sich lohnen, direkt bei den Nachbarn nachzufragen und weitere Erkundigungen einzuziehen. Wer weiß, vielleicht haben Sie Glück und Sie können den Bauplatz noch kaufen.

Checkliste: Worauf ich bei einem Grundstück achten muss

Sobald Sie fündig geworden sind, sollten Sie überprüfen, ob sich der Bauplatz für Ihr Vorhaben eignet. Dabei sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wissen Sie alles, was man über das Grundstück wissen kann? Wenn Sie die Geschichte eines Bauplatzes kennen, können Sie ohne Probleme mit dem Hausbau anfangen. Informationen über mögliche Altlasten erhalten Sie beim Bauamt vor Ort oder beim sogenannten Altlastenkataster. Für die Anfrage müssen Sie etwas zahlen. Sollten Sie dennoch Zweifel haben, können Sie auch ein Bodengutachten in Auftrag geben.
  • Dürfen Sie Ihr Bauvorhaben auf dem Grundstück 1:1 umsetzen? Schauen Sie sich den Bebauungsplan, in dem Bedingungen für die Nutzung eines Bauplatzes festgehalten sind, an. Jede Region hält in diesen Plänen Besonderheiten fest. Diesen können Sie in der jeweiligen Gemeinde oder Stadt einsehen.
  • Wie sicher wird Ihr Haus auf dem Grundstück stehen? Bei der Ermittlung der Beschaffenheit eines Grundstücks kann Ihnen ein geotechnisches Büro helfen. So finden Sie alle Besonderheiten heraus, die Sie beim Bauen Ihres Hauses kennen müssen.
  • Hat das Grundstück bereits alle wichtigen Anschlüsse? Falls der Bauplatz bereits an die Strom- und Wasserversorgung angeschlossen ist, steht dem Hausbau nichts im Wege. Ansonsten müssen Sie mit Kosten für die Erschließung rechnen – die Anschlüsse und Leitungen müssen dann noch gelegt werde.
  • Wie sieht das Wohnumfeld rund um das Grundstück aus? Auch das Wohnumfeld sollte eine Rolle bei der Wahl eines Grundstücks spielen. Wer weiß, wie lange Sie in Ihrem neuen Haus verweilen wollen. Schauen Sie sich die Umgebung genauer an. Wie weit sind Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten entfernt? Ist es laut oder leise in der Nachbarschaft?

Für die Grundstückssuche sollte ich viel Zeit einplanen

Wie Sie jetzt wissen, gibt es viele Möglichkeiten, wie Sie ein Grundstück finden können. Wofür werden Sie sich entscheiden? Für eine Bauherrengemeinschaft, einem Bauträger, den Makler? Oder packen Sie die Suche vielleicht selbst an? Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden, nehmen Sie sich für die Grundstückssuche, die Begehung und die Kaufentscheidung viel Zeit. So gehen Sie sicher, dass Sie für sich die richtige Entscheidung treffen.

Sie wissen noch nicht, wo die Reise hingeht? Dann analysieren Sie Ihre aktuelle finanzielle Situation. Auf diese Weise erhalten Sie einen besseren Überblick über Ihren Budgetrahmen. Unser Wohnkompass zeigt Ihnen, welchen Kaufpreis Sie für eine Immobilie ins Auge fassen können.